Konzert 1: Do 28.Aug. 20.00

AROUND THE WORLD

Mit David Murray eröffnet ein langjähriger Liebling des Willisauer Jazzpublikums das Festival. Mit seinen melodischen Linien und ekstatischen Kapriolen ist der grosse Tenorsaxophonist wiederholt auch in der Festhalle gefeiert worden. Nun schlägt er mit The Gwo-Ka Masters Guadeloupe ein weiteres Kapitel seiner Beschäftigung mit afrikanischen Roots auf: Zeremonialmusik aus Guadeloupe, mit den organischen Trance-Rhythmen der Gwo-Ka-Drummers (plus Free-Schlagzeuger Hamid Drake) und dem beschwörenden Gesang von Guy Konket. Ein kreolisch-jazziges Feuerwerk, das durch die Improvisationen von Trompeter Hugh Ragin und David Murray zusätzlich gepfeffert wird. Eine äusserst warme und frei fliessende Musik, in der sich afro-karibische Traditionen und moderne Jazzsprachen überlagern. Wie gemacht, um die Vibes des Festivals zu wecken.

David Murray ts,bcl, Guy Konkret voc, Hugh Ragin tp, Klod Kiavué gwo ka dr,voc, Jaribu shahid b, Hamid Drake dr, Philip Makaia perc,voc

"Fusion" im weltmusikalischen Sinne prägt auch das zweite Konzert des Abends. Diesmal kommen die Einflüsse aus dem nordafrikanisch-mediterranen Raum. Rabih Abou-Khalil stellt ein neues Projekt vor, unter anderem mit dem Tubisten Michel Godard und dem Klarinettisten Gabriele Mirabassi. Basis bilden die arabisch-orientalischen Skalen und Motive, die Rabih Abou-Khalil deutlicher denn je in europäisch-volksmusikalischen Klangbildern (Akkordeon und Tuba) spiegeln lässt. Eine atmosphärische Kammermusik zwischen den Kulturen, in der auch virtuose up-tempo Nummern Platz haben. Rabih Abou-Khalil, in Beirut aufgewachsen, ist ein fantastischer Oud-Spieler, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt und mit seinen Platten und Auftritten an Festivals seine Klasse bewiesen hat. Immer wieder schart er exzellente Musiker um sich, die ihren wichtigen Teil dazu beitragen, dass in diesen transkulturellen Interaktionen Tiefgang, Originalität und Feeling gewahrt bleiben.

Rabih Abou-Khalil oud, Gabriele Mirabassi cl, Luciano Biondini acc, Michel Godard tuba, Jarroud Cagwin dr